Mobile Antivirensoftware: Wovor schützt sie wirklich?
Mobile Antivirensoftware ist kein Allheilmittel, das "jeden Virus entfernt". Sie besteht aus verschiedenen Prüfmechanismen: einer Datenbank bekannter Bedrohungen, einer Analyse verdächtigen Verhaltens und einem Filter für betrügerische Websites. Bei bereits erfassten Bedrohungen arbeitet sie sehr genau, kann aber bei neuen Bedrohungen ungenau sein – deshalb bleiben die Gewohnheiten des Nutzers der wichtigste Faktor für die Sicherheit.
Diese Seite führt zu zwei Anleitungen: eine über kostenlose Antivirensoftware für Android und iPhone und eine weitere zur Gerätebereinigung. Es handelt sich dabei um unterschiedliche Probleme: Sicherheitssoftware gibt keinen Speicherplatz frei, und die Bereinigung entfernt keine schädlichen Apps.
Was bewirkt Schutz eigentlich?
Abonnementbasiertes Scannen
Es vergleicht installierte Anwendungen mit einer Liste bereits identifizierter Bedrohungen. Für bekannte Bedrohungen ist es schnell und zuverlässig – für noch nicht hinzugefügte Bedrohungen jedoch nutzlos, weshalb die App unbedingt aktuell gehalten werden muss.
Verhaltensanalyse
Es beobachtet typische Verhaltensweisen von Schadprogrammen: das unbegründete Anfordern von Zugriffsrechten, das Überlagern von Bildschirmen anderer Anwendungen und das selbstständige Versenden von Nachrichten. Es erkennt neue Bedrohungen, beschuldigt aber manchmal fälschlicherweise legitime Anwendungen.
betrügerische Seiten blockieren
Es warnt Sie, bevor Sie einen per Nachricht erhaltenen Betrugslink öffnen. Heutzutage ist dies die nützlichste Funktion des Pakets, da Linkbetrug viel häufiger vorkommt als klassische Viren.
Warnung vor Passwortleck
Es gleicht Ihre E-Mails mit durchgesickerten Datenbanken ab und teilt Ihnen mit, wo Sie Ihr Passwort ändern können.
Verriegelung und Fernstandort
Hilfe bei Verlust oder Diebstahl – eine Funktion, die Android und iPhone ebenfalls standardmäßig bieten, ohne dass eine Installation erforderlich ist.
Was er nicht tut
- Es garantiert nicht die Beseitigung aller Bedrohungen. Entfernen Sie, was Sie erkennen. Kein seriöses Produkt verspricht vollständige Abdeckung.
- Es hindert Sie nicht daran, Ihr Passwort auf einer gefälschten Webseite einzugeben. Wird die Warnung ignoriert, zielt der Betrug heutzutage auf den Einzelnen ab, nicht auf das System.
- Dies macht die von Ihnen vorgenommene Überweisung nicht rückgängig., selbst unter Täuschung.
- Es ersetzt nicht die Zwei-Faktor-Authentifizierung., Dies ist der Schutz, der Konto-Hacking am besten verhindert.
- Auf iPhones wird das System nicht gescannt. iOS erlaubt es keiner App, eine andere zu überprüfen. Was dort als Antivirensoftware verkauft wird, ist in Wirklichkeit Browserfilterung, Schutz privater Netzwerke und Benachrichtigungen bei Datenlecks.
Beginnen Sie mit dem, was sich bereits auf dem Gerät befindet.
Android bringt die Spielen Sie Protect Die in Google Play integrierte Funktion überprüft installierte Apps kostenlos. Das iPhone isoliert standardmäßig jede App vom restlichen System. Für Nutzer, die ausschließlich Apps aus offiziellen Stores installieren, ist damit bereits ein Großteil des Risikos abgedeckt; zusätzliche Antivirensoftware von Drittanbietern dient der Linkfilterung und Passwortüberwachung.
Wie man auswählt
- Nur in offiziellen Geschäften erhältlich. Das Herunterladen von Antivirensoftware über eine APK-Datei ist an sich schon ein Widerspruch.
- Wählen Sie Marken, die von unabhängigen Laboren geprüft wurden., wie beispielsweise AV-TEST und AV-Comparatives, die regelmäßig Vergleichstests veröffentlichen.
- Lesen Sie, was die kostenlose Version beinhaltet. Es umfasst üblicherweise Link-Scanning und -Filterung; Echtzeitschutz, unbegrenzter Zugriff auf private Netzwerke und Support sind kostenpflichtige Dienste.
- Prüfen Sie die automatische Verlängerung. Die meisten Beschwerden beziehen sich nicht auf den Schutz, sondern darauf, dass die kostenlose Testphase in ein Jahresabonnement umgewandelt wird. Die Kündigung erfolgt über den App Store, nicht innerhalb der App.
- Installieren Sie nur einen. Zwei aktive Antivirenprogramme beeinträchtigen sich gegenseitig und mindern die Leistung.
Häufige Fragen
Es kommt auf die Nutzung an. Wer ausschließlich Apps aus dem offiziellen Store installiert und keine Links in Nachrichten anklickt, hat ein geringes Risiko. Wer hingegen Apps außerhalb des Stores installiert, öffentliche WLAN-Netze nutzt oder viele Nachrichten mit Links erhält, profitiert deutlich vom Filter für betrügerische Seiten.
Für die meisten ja. Die kostenlose Version beinhaltet in der Regel Scannen und Linkblockierung; die kostenpflichtige Version bietet Komfort und zusätzliche Funktionen, aber keine grundsätzlich bessere Erkennung.
Ein vollständiger Scan beansprucht während der Ausführung Rechenleistung. Bei Einsteigergeräten empfiehlt es sich, Scans so zu planen, dass sie während des Ladevorgangs erfolgen.
Viele Apps erkennen Überwachungs-Apps auf Ihrem Gerät und warnen vor inkompatiblen Berechtigungen. Es ist wichtig zu wissen, dass die Installation solcher Programme auf dem Smartphone eines anderen Erwachsenen ohne dessen Zustimmung als unbefugter Zugriff auf das Gerät gilt und gemäß Artikel 154-A des Strafgesetzbuches strafbar ist.
Die zuverlässigsten Anzeichen sind Vollbildanzeigen außerhalb jeglicher Apps, ein sprunghaft ansteigender mobiler Datenverbrauch, Überhitzung des Geräts und ein sich selbst im Leerlauf schnell entladender Akku sowie das erneute Erscheinen von Apps nach deren Deinstallation.
Abschließende Überlegungen
Ein gutes Antivirenprogramm reduziert das Risiko, beseitigt es aber nicht vollständig. Der größte Nutzen ergibt sich aus der Installation ausschließlich aus offiziellen Quellen, der regelmäßigen Aktualisierung des Systems, der Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung für wichtige Konten und der Vorsicht bei Links in Nachrichten – selbst von Bekannten. Denn kompromittierte Konten verbreiten Betrug im Namen der Kontoinhaber.



